Papst Leo XIV. bittet im Mai um Nahrung für alle
Millionen von Menschen weltweit haben nicht genug zu Essen und Trinken. Papst Leo XIV. bittet daher im Gebetsanliegen für den Monat Mai um Nahrung für alle. In der Videobotschaft dazu, die der Vatikan diesen Donnerstag veröffentlichte, prangert das katholische Kirchenoberhaupt Hunger und Lebensmittelverschwendung an. Der Papst bedauert besonders, „dass Millionen von Brüdern und Schwestern weiterhin Hunger leiden, während so viele Güter auf unseren Tischen verschwendet werden“.
Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
Im Rahmen des Projekts „Bete mit dem Papst“ des Weltweiten Gebetsnetzwerks lädt Leo XIV. alle Gläubigen und alle Menschen guten Willens ein, jeden Monat mit ihm für Anliegen zu beten, die ihm am Herzen liegen. Der Vatikan veröffentlicht dazu jeweils ein Video, in dem Leo XIV. jedes Mal selbst ein Gebet spricht. Eingangs werden alle eingeladen, sich in Stille vorzubereiten. Dann folgt, begleitet von leiser Musik, das Gebet von Papst Leo XIV. auf Englisch, das wir hier auf Deutsch dokumentieren:
Das Gebet im Wortlaut auf Deutsch
MAI: Um Nahrung für alle
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Herr der Schöpfung, du hast uns die fruchtbare Erde geschenkt und mit ihr unser tägliches Brot, als Zeichen deiner Liebe und deiner Fürsorge. Heute erkennen wir mit Schmerz, dass Millionen von Brüdern und Schwestern noch immer Hunger leiden, während auf unseren Tischen so viel Nahrung verschwendet wird.
Zum Hören: Papst Leo XIV. bittet im Mai um Nahrung für alle – Das Gebetsanliegen auf Deutsch (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)
Wecke in uns ein neues Bewusstsein: Dass wir lernen, für jede Speise zu danken, einfach zu essen, freudig zu teilen und die Früchte der Erde als dein Geschenk zu bewahren, das für alle bestimmt ist, nicht nur für wenige.
Papst Leo XIV. bittet im Gebetsanliegen für den Monat Mai um Nahrung für alle (© The Pope’s Worldwide Prayer Network – Pray with the Pope)
„Gütiger Vater, mach uns fähig, die Logik des egoistischen Konsums in eine Kultur der Solidarität zu verwandeln“
Gütiger Vater, mach uns fähig, die Logik des egoistischen Konsums in eine Kultur der Solidarität zu verwandeln. Lass unsere Gemeinschaften konkrete Taten fördern: Sensibilisierungskampagnen, Tafeln und einen bescheidenen und verantwortungsvollen Lebensstil.
Du, der du deinen geliebten Sohn Jesus gesandt hast, das gebrochene Brot für das Leben der Welt, schenke uns ein neues Herz, hungrig nach Gerechtigkeit und durstig nach Geschwisterlichkeit. Möge niemand vom gemeinsamen Tisch ausgeschlossen sein, und möge dein Geist uns lehren, das Brot nicht als Konsumgut zu betrachten, sondern als Zeichen der Gemeinschaft und der Fürsorge. Amen.“
Globale Nahrungsmittelkrise verschärft sich
Laut jüngsten Statistiken, über die in einer Pressemitteilung zum Gebetsanliegen informiert wird, nimmt Hunger weltweit immer mehr zu. Laut dem „Global Outlook 2026“ des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen WFP werden dieses Jahr 318 Millionen Menschen mit einer Nahrungsmittelkrise oder noch schlimmeren Situationen konfrontiert sein. Dieselbe Organisation warnt davor, dass der Konflikt im Nahen Osten bis Mitte dieses Jahres weitere 45 Millionen Menschen in eine Situation extremen Hungers treiben könnte. Im Jahr 2025 wurden in Teilen des Gazastreifens und des Sudans gleichzeitig zwei Hungersnöte bestätigt – die ersten in diesem Jahrhundert.
Der gemeinsam von FAO, IFAD, UNICEF, WFP und WHO veröffentlichte Bericht „The State of Food Security and Nutrition in the World 2025“ schätzt, dass im Jahr 2024 673 Millionen Menschen Hunger litten und 2,3 Milliarden Menschen unter mäßiger bis schwerer Ernährungsunsicherheit litten. Rund 2,6 Milliarden Menschen konnten sich demnach im Jahr 2024 keine gesunde Ernährung leisten. Die FAO und das WFP warnen zudem davor, dass sich die Ernährungsunsicherheit im Laufe des Jahres 2026 in mindestens 16 als Krisenherde identifizierten Ländern und Gebieten weiter verschärfen wird.
Entschlossen gegen Ungerechtigkeit vorgehen
Der internationale Direktor des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes, Pater Cristóbal Fones, betont die Bedeutung dieses Gebetsanliegens und die persönliche Verbundenheit des Papstes mit diesem Anliegen. „Diese Gebets-Intention kommt aus dem Herzen des Papstes. Es schmerzt ihn zutiefst, dass so viele Menschen auf der Welt keinen Zugang zu etwas so Wesentlichem und Menschlichem wie Nahrung haben. Deshalb bittet er alle, nicht gleichgültig zu bleiben, sondern entschlossen zu handeln, zunächst im Gebet, dann mit konkreten Gesten der Solidarität.“
Diese Gebets-Intention kommt aus dem Herzen des Papstes“
Das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes betont in seiner Pressemitteilung, das Gebetsanliegen des Papstes für Mai sei „nicht nur ein Aufruf zur Besinnung, sondern zum Handeln“. Papst Leo XIV. lade alle ein, konkrete Initiativen wie Nahrungsmittelhilfen und -Spenden, Aufklärungskampagnen und Bemühungen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung im eigenen Haushalt zu fördern – ganz im Sinne dessen, was der Papst in seinem Gebet betont: Nahrung „nicht als Konsumgut zu betrachten, sondern als Zeichen der Gemeinschaft und der Fürsorge“.
Über das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes
Das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes ist dem Jesuitenorden, der Gesellschaft Jesu (SJ), anvertraut. Es ist laut eigener Aussage in mehr als 90 Ländern vertreten und bildet eine geistliche Gemeinschaft von mehr als 22 Millionen Menschen. Im Mittelpunkt der Mission stehen die monatlichen Gebetsanliegen des Papstes, die die Mitglieder einladen, sich auf drängende Herausforderungen zu konzentrieren, denen die Menschheit und die Mission der Kirche gegenüberstehen.
(pm – sst)
Katholischer Familienverband übt scharfe Kritik an neuem Haushalt in Österreich

Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion
Redaktion – Donnerstag, 30. April 2026, 15:30 Uhr.
Der Katholische Familienverband Österreichs hat mit Blick auf den Haushalt für die Jahre 2027 und 2028, über den die Politik derzeit verhandelt, scharfe Kritik geübt, weil Hilfen für Familien weiter nicht an die Inflation angepasst werden.
Der geplante Haushalt sei aus familienpolitischer Sicht „kurzsichtig, unausgewogen und undurchdacht“, sagte Peter Mender, der Präsident des Familienverbandes. „Bereits 2026 und 2027 wurden Familienbeihilfe und Co. nicht an die Inflation angepasst. Nun müssen die Familien auch 2028 das dritte Jahr in Folge auf die Inflationsanpassung verzichten.“
Für Mehrkindfamilien entspreche die ausbleibende Anpassung an die Inflation mehreren hundert Euro pro Jahr“, rechnete Mender vor. Keine andere Bevölkerungsgruppe würde drei Jahre ohne Erhöhung in Zeiten derart rapide steigender Preise einfach hinnehmen, zeigte er sich überzeugt.
Seit 2020 sind in Österreich die Preise um über 36 Prozent gestiegen, wie das Portal finanz.at zeigt. Seit 2024 liegt der Anstieg immerhin noch bei 11 Prozent. Seit 2002, als der Euro eingeführt wurde, lag die Inflation bei rund 90 Prozent. Für ein Produkt, das 2002 exakt 100 Euro kostete, muss man nun 190 Euro bezahlen.
Gleichzeitig beklagte der Familienverband eine beabsichtigte Kürzung des Familienbonus um 500 Euro für Alleinverdiener. „Künftig soll der Familienbonus für Kinder ab drei Jahren nur mehr dann in voller Höhe bezogen werden können, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind“, erläuterte der Verband. Mender kommentierte: „Das ist eine klare Einschränkung der Wahlfreiheit und damit werden Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, bestraft.“
Weitere Kritik kam aus dem Katholischen Familienverband Österreichs angesichts der geplanten Anhebung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung. Von der Erhörhung betroffen seien „vor allem Wiedereinsteigerinnen und Mütter, die aufgrund von Betreuungspflichten Teilzeit arbeiten oder generell im Niedriglohnsektor beschäftigt sind“, sagte Mender.
Der Familienverband rechnete vor, was in dieser Situation passieren kann: „Wenn eine Mutter nun beginnt, Teilzeit zu arbeiten, um den für sie reservierten 500 Euro Familienbonus zu erhalten, kann es ihr passieren, dass sie zwar den Familienbonus bekommt, aber mit 918 Euro Arbeitslosenversicherungsbeitrag zur Kasse gebeten wird.“ Für Mender ist dies „der eigentliche Faustschlag ins Gesicht tausender Familien“.
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Man habe zwar Verständnis für Sparmaßnahmen, zu denen auch Familien ihren Beitrag leisten. „Mehrkindfamilien aber derartig schlechter zu stellen, indem Teilzeitarbeit bestraft wird“, ist laut Familienverband „absolut nicht nachvollziehbar“.
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