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Erdbeben Indonesien: Warum gibt es so viele Erdbeben in Indonesien?

https://indojunkie.com/erdbeben-indonesien-lombok-erdbeben/

Warum gibt es so viele Erdbeben in Indonesien?

Gott-gegebener Zufall oder …?, warum es in Indonesien immer wieder zu Erdbeben kommt. Denn das größte Inselreich der Welt liegt im Bereich einer seismisch besonders kritischen Zone, dem sogenannten Pazifischen Feuerring.

Dieser zieht sich entlang der Seiten des Pazifischen Ozeans und sorgt besonders dort für Erdbeben, wo die Pazifische Platte auf andere Platten trifft. Deswegen kommt es auch in Japan oder der Westküste der USA immer wieder zu Erdbeben.

Im Fall von Indonesien schiebt sich außerdem die Indisch-Australische Platteunter die Eurasische Platte, sodass Indonesien von den Plattenbewegungen gleich mehrere Platten betroffen ist.

Laut einer Karte von Galilea auf Wikipedia werden insgesamt vier Platten aufgezeigt, die für starke Erdbeben verantwortlich sein können:

  • Pazifische Platte
  • Indisch-Australische Platte
  • Eurasische Platte
  • Philippinische Platte

Die Gebiete, in denen sich eine Platte unter eine andere schiebt, werden Subduktionszonen genannt. In diesen tektonisch und magmatisch besonders aktiven Bereichen entstehen erhebliche Spannungen. Die Folgen sind Erdbeben, Vulkanausbrüche und auch Tsunamis.

Deswegen wird Indonesien immer wieder von diesen gefährlichen Nebenwirkungen der Plattenbewegung heimgesucht.

Welche Regionen sind in Indonesien besonders von Erdbeben betroffen?

Aufgrund der eben erläuterten tektonischen Lage, den vielen Vulkanen sowie der Größe der Inselwelt finden fast täglich irgendwo in Indonesien Erdbeben um die Stufen 5 bis 6 statt.

Bei diesen leichten bis mittelstarken Erdbeben entstehen in der Regel keine besonders großen Schäden (siehe grauer Kasten weiter oben).

Steigt die Stärke des Erdbebens aber in Richtung der Werte 7 oder höher, dann ändert sich die Lage drastisch. So kamen bei dem Erdbeben der Stufe 6,9/7 auf Lombok im August 2018 über 140 Menschen um ihr Leben. Diese Erdbeben waren auch auf Bali deutlich spürbar. Dazu später mehr.

Bei einem Blick auf die stärksten Erdbeben Indonesiens waren jedoch eher Sumatrasowie die Gebiete um Nord-Sulawesi, den Molukken und Papua betroffen. Falls du das gern überprüfen möchtest, dann kannst du auf earthquake.usgs.gov die verschiedenen Erdbeben weltweit nach unterschiedlichen Kategorien anzeigen lassen.

In unserem Fall haben wir alle Erdbeben zwischen 1900 und 2018 mit einer Stärke von mindestens 7 im Raum Indonesien anzeigen lassen. Falls der Link auch später noch funktioniert, dann kannst du dir unsere Auswahl mit der Karte hier anzeigen lassen. Der Besuch der Website lohnt sich.

Allgemeine Infos zum Thema Erdbeben in Indonesien

Was ist ein Erdbeben?

Wir möchten jetzt nicht in die ganz tiefe Welt der Theorie abtauchen, aber ein paar Hintergrundinformationen als allgemeine Grundlage schaden nie. Letztendlich dürfte den meisten Menschen sehr schnell klar werden, wenn ein Erdbeben auftritt.

Dem Namen entsprechend handelt es sich bei einem Erdbeben um eine spürbare und messbare Erschütterung der Erde. In allererster Linie werden sie durch plattentektonische Verschiebungen ausgelöst. Aber auch Vulkanismus, Erdrutsche, Einstürze von Hohlräumen oder menschlich verursachte Sprengungen können von Erdbeben begleitet werden.

In der Regel treten Erdbeben nie als Einzelphänomen auf. Vor dem eigentlichen Hauptbeben gibt es oft Vorbeben sowie Nachbeben. In besonders tektonisch aktiven Regionen auf der Welt treten sie auch als sogenannte Schwarmbeben auf.

Indonesien zählt mit seinen vielen aktiven Vulkanen und der Lage am „Pazifischen Feuerring“ zu den besonders gefährdeten Regionen. Wenn du also vor hast, nach Indonesien zu reisen, solltest du dir diesen Artikel zumindest einmal durchgelesen haben.

Die Folgen von Erdbeben fallen je nach Stärke und Dauer des Bebens unterschiedlich aus. Neben den Schäden an Gebäuden verlieren bei starken Erdbeben auch viele Menschen ihr Leben. Insbesondere dann, wenn Gebäude einstürzen und Menschen in Beton, Stahl, Holz und anderen Baumaterialien „begraben“ werden. Außerdem können Erdbeben auch Erdrutsche und Tsunamis auslösen.

Zusätzlich sind die Menschen selber eine große Gefahr bei Erdbeben, wenn sie beispielsweise panisch fliehen und dadurch z.B. Verkehrsunfälle verursachen.

So wird ein Erdbeben gemessen:

Erdbeben werden u.a. mithilfe eines sogenannten Seismographen oder auch Seismometers gemessen. Diese Geräte erfassen die Bodenerschütterungen, die bei einem Erdbeben auftreten. Dabei werden Erdbebenwellen (seismische Wellen) in einem Seismogramm grafisch aufgezeichnet (siehe Abbildung weiter unten).

Aus den Amplituden des Seismogramms können die Magnituden als Messwert für die Stärke eines Erdbebens benutzt werden. Sie werden an vielen Orten auf der ganzen Welt an Messstationen aufgezeichnet.

Zur Auswertung der Messergebnisse gibt es verschiedene Skalen. Die bekanntesten Skalen für diese Art der Messung sind die Richterskala (ML) und die Momenten-Magnituden-Skala (MW). In der Regel wird heutzutage die Momenten-Magnitude angeben, da die Richterskala bei stärkeren Erdbeben ab Stärke 6 nur noch eingeschränkt verwendet werden kann. Beide Skalen sind aber generell von ihrer Einteilung her ganz gut vergleichbar.

Die Werte werden wie folgt eingeteilt(Quelle Wikipedia)

  • Magnitude > 10 = globale Katastrophe
  • Magnitude < 10 = extrem groß (extreme Schäden in Abstand von 1000en Kilometern)
  • Magnitude < 9 = sehr groß (extreme Schäden in Abstand von 100en Kilometern)
  • Magnitude < 8 = groß (Zerstörung über große Gebiete)
  • Magnitude < 7 = stark (Zerstörung bis 70 km)
  • Magnitude < 6 = mittelstark (leichte bis ernste Schäden an Gebäuden)
  • Magnitude < 5 = leicht (Erschütterungen, Gegenstände bewegen sich, i.d.R. keine großen Schäden)
  • Magnitude < 4 = sehr leicht (spürbar, kaum Schäden)
  • Magnitude < 3 = extrem leicht (kaum bis nicht spürbar, aber messbar)
  • Magnitude < 2 = mikro (nicht spürbar)

Seismogramms des Gunung Agung

Beispiel Seismogramms des Gunung Agung auf Bali vom 7. August 2018: Zu sehen sind 2 flache vulkanische Beben, 1 vulkanisches Beben, 2 lokale tektonische Erdbeben, 163 tektonische Erdbeben in weiterer Entfernung

Woran erkennst du ein Erdbeben?

Das größte Problem bei Erdbeben liegt darin, dass sie sehr plötzlich auftreten können. Alles geht blitzschnell. Bei größeren Erdbeben hast du kaum Zeit zu reagieren.

Wenn du dich dann unglücklicherweise in einem einstürzenden Gebäude befindest oder sich schwere Gegenstände in deiner Nähe befinden, kann das gefährlich oder gar tödlich enden.

Je nach Stärke des Bebens spürst du kleine Anzeichen in deinem Körper. Besonders gut kannst du diese kleineren Beben auch in einem Glas Wasser oder Kaffee beobachten, wenn du dir unsicher bist, was gerade passiert.

Auch Tiere beginnen oft, sich sehr komisch zu verhalten, werden unruhig und reagieren mit Fluchtreaktionen.

Kleinere Beben, die du vielleicht nur gerade so durch die Erschütterungen spürst, können aber auch ein Vorbote eines größeren Erdbebens sein. Deute diese Vorboten also als Warnung, damit du bei einem größeren Beben schnell reagieren kannst.

Falls du ein komisches Gefühl hast, bringe dich besser gleich in Sicherheit (weg von allem, was auf dich fallen / stürzen) könnte.

Größere Erdbeben erkennst du u.a. an starken Erschütterungen des Bodens, springende Scheiben, stürzende Gegenstände, einstürzende Gebäude und panischen Menschen.

Letztendlich musst du dann nicht großartig irgendwelche Zeichen deuten, denn du wirst es am ganze Körper spüren und denken „Sch…, ein Erdbeben.“

Verhalten bei einem Erdbeben

Im Gebäude

Bei einem großen Erdbeben hast du nicht viel Zeit. Wenn du dich in einem Gebäude befindest, wird vom amerikanischen Roten Kreuz und in ähnlicher Form dem deutschen Bundesamt für Katastrophenschutz (BKK) empfohlen, sich:

  1. zuerst auf den Boden zu werfen
  2. unter einem robusten Tisch, Bett oder Ähnlichem Schutz suchen
  3. von allem, was auf dich fallen könnte, fernzuhalten (Fenster, Schrank, Lampen)
  4. wenn kein schützender Tisch da ist, dann kauer dich in einer Ecke auf dem Boden und schütze mit deinen Händen deinen Kopf
  5. wenn möglich an einer Oberfläche gut festzuhalten
  6. den Kopf und deinen Körper mit Kissen / Bettdecke schützen, falls du im Bett bist
  7. zu warten, bis das Beben vorbei ist

Wichtig: Wenn du dich in einem großen Gebäude (z.B. Mall oder Hotel) befindest, versuche nicht, während des Erdbebens das Gebäude zu verlassen! Das soll am gefährlichsten sein – es sei denn der Ausgang ist sehr nah! Wenn sich der Ausgang in der Nähe befindet, gehe raus (aber nicht panisch) und schau um dich rum, ob irgendwas auf dich stürzen könnte. Gehe ganz achtsam und bewusst raus.

Hinweis für Indonesien: Wenn du in einem erdbebengefährdeten Gebiet bist, achte auf den Hausbau deiner Unterkunft. Holz oder Bambus ist besser als schlecht verbaute Betonwände.

Draußen bist du generell etwas besser aufgehoben, da nicht so viele Sachen auf dich drauf fallen können, wie in einem Gebäude.

  1. Bleibe draußen, bis das Beben vorbei ist
  2. Halte Abstand zu Gebäuden, Stromleitungen und allem anderen, was auf dich fallen könnte
  3. Schütze deinen Kopf vor fallenden Gegenständen
  4. Suche eine sichere Freiflächen auf

Nach dem Erdbeben 

Gerade in Indonesien kann nach einem Erdbeben akute Tsunami-Gefahr bestehen. Wenn möglich, begib dich mit allen anderen Menschen weiter ins Landesinnere und/oder zu höher gelegenen Gebieten – normalerweise sollten diese vor Ort ausgeschildert sein.

Der Tsunami ist meist die größere Gefahr als das Erdbeben selbst.

Lässt sich ein Erdbeben vorhersagen?

Es ist sehr schwierig, ein Erdbeben vorherzusagen. Das kommt von der geringen Geschwindigkeit der Plattenbewegung. Die Platten bewegen sich mit einem Zentimeter pro Jahr. Eine Wetterfront bewegt sich mit rund 10 Kilometern pro Stunde.

Bei Wetterfronten kann man grob vorhersagen, was passiert in 24 Stunden und was passiert in 48 Stunden. Bei Erdbeben erstreckt sich so ein Zeitraum auf Millionen von Jahren. Was hat sich da für Energie angestaut und wann wird sie freigesetzt?

Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 55 Prozent, dass in San Francisco in den nächsten 20 Jahren ein Erdbeben der Stärke 7 auftritt. Mit dieser Information kann niemand etwas anfangen. Wir beobachten zwar diese kleinen Bewegungen und in der Summe ergeben die ein ganz gutes Bild. Aber das bedeutet nicht, dass das morgen passiert. Es kann in zwei Wochen ein Erdbeben geben, aber auch in 287 oder in 2000 Jahren.

Man kann jetzt nicht die Bevölkerung von Los Angeles evakuieren, nur weil es dort schon so lange kein Erdbeben mit der Stärke 7 mehr gegeben hat. Zum Glück sind diese Bewegungen in der Erdkruste sehr sehr langsam, sonst würde das sehr viel öfter passieren.

Kann man sagen, dass normalerweise ein gewisser Zeitraum zwischen zwei Beben liegt?

Nur im Durchschnitt. Und weil solche Ereignisse hundertjährlich oder tausend jährlich auftreten, sind die Abstände dermaßen groß, dass man nicht sagen kann, dass es in drei Wochen oder sechs Monaten wieder passieren wird. Das geht nicht. So ein Bruchvorgang ist extrem komplex. Grundsätzlich kennen Experten fast alle Parameter, mir fällt keiner ein, den ich nicht kenne. Aber dadurch, dass sich diese Parameter entlang der Bruchfläche ständig verändern – räumlich und zeitlich – und den kurzen Zeitraum, den wir durch die messtechnischen Erfassung haben – nämlich gerade mal 120 Jahre – ist es sehr schwierig, Vorhersagen zu machen.

Es geht vielmehr darum, aus der Erfahrung zu lernen, historische Beben zu untersuchen und zu sehen, was dort schon einmal passiert ist. Die Karibik ist zum Beispiel ein ganz vulnerabler Bereich, denn diese Inseln sind durch mehrere Platten unter Druck und dadurch entstehen dort immer wieder extreme Erdbeben, wie in Haiti. Damals hat sich jeder gefragt – warum gab es bei der Stärke des Erdbebens keinen Tsunami?

Das lag daran, dass es sich um eine Horizontalverschiebung gehandelt hat, dabei gleiten die Platten aneinander vorbei und es entstehen keine oder kaum Tsunamis. Das Problem damals war nicht ein Tsunami, sondern die hohe Bevölkerungsdichte im Epizentrum. Da kann ein kleines Beben auch zu sehr großen Schäden führen.

Was für ein Risiko besteht im Moment noch in Indonesien?

Theoretisch liegt die größte Gefahr in Vulkanausbrüchen. Die meisten aktiven Vulkane befinden sich in Indonesien. Daher ist es nicht verwunderlich, dass dort alle paar Jahre ein völliges Durcheinander entsteht, wenn ein Vulkan ausbricht, weil damit alle Flugverbindungen unterbrochen werden.

Viele Vulkane auf dieser Erde sind heutzutage gut überwacht, so dass man sieht, wenn die Magmablase höher kommt und die Gefahr eines Ausbruchs steigt. In einigen Regionen findet ein solches Monitoring noch gar nicht statt.

In Indonesien war das Sumatra Beben im Jahr 2004 der Anlass, das German Tsunami Warning System einzuführen. Doch mit so einem Überwachungssystem kann man ein Erdbeben nicht verhindern. Man kann nur daraus lernen und Warnungen aussprechen. Wenn man weiß, wo ein starkes Beben stattfindet, kann man ausrechnen, wie lang die Kräfte brauchen, um woanders anzukommen. Und das klappt relativ gut. Aber eine konkrete Vorhersage für die nächsten Reisemonate kann man natürlich nicht aussprechen.

Wie hängen Erdbeben und Tsunamis zusammen?

Dass nach dem Erdbeben auf Lombok sofort eine aktuelle Tsunami Warnung herausgegeben wurde, war klar. Im ganzen pazifischen Raum wird ab Magnitude 7 sofort eine Tsunami Warnung herausgegeben, denn das ist ein weltweiter Standard. Mehr aus rechtlichen, als aus physikalischen Gründen.

Denn es hat sich gezeigt, dass auch ein Beben der Stärke 7 im Nahbereich zu einem Tsunami führen kann. Siehe Messina 1908, damals sind über 60.000 Menschen ums Leben gekommen. Daran denkt natürlich niemand mehr, denn das ist schon so lange zurück und die meisten hatten keine Verwandten dort. Der persönliche Bezug spielt dabei eine große Rolle. Deswegen sehe ich diese Orte immer gerne selbst vor mir und stelle mir vor, was damals passiert ist und wie die Leute damit umgegangen sind. Manchmal wird daraus gelernt und manchmal wird daraus nichts gelernt und man verdrängt es.

Das ist auch gut und liegt in der Natur der Menschheit. Man versucht, schreckliche Ereignisse weg zuhalten und nicht daran zu denken. Es gibt eine zweite Möglichkeit und die ist, etwas zu tun und sich darauf vorzubereiten. Man kann es nicht verhindern, dass es passiert. Und genau das wird oft in dieser Diskussion verschmischt. Warum gibt es überhaupt Erdbebenmesser, wenn man es eh nicht verhindern kann? Sie sind dazu da, zu erkennen, was baut sich da auf und welche Konsequenzen könnte das haben.

Wie stark war das aktuelle Erdbeben auf Lombok also wirklich?

In diesem Fall gab es eine Tsunami Warnung, die wieder aufgehoben wurde. Dies war wie gesagt absehbar, es war eher eine versicherungstechnische Maßnahme. Denn es hat sich aus der Vergangenheit gezeigt, dass es auch katastrophale Folgen an Land geben kann. Ab einer Magnitude 7 und darunter gibt es die meistens nicht. Natürlich gab es Ausnahmen, wenn Erdbeben mit einer Stärke von 6,5 ganz nah an der Küste oder direkt an der Küste stattfanden. Aber die Magnitude 7 ist das untere Level für eine Tsunami Warnung weltweit und das wurde so akzeptiert und wird auch so bleiben.

So schrecklich die aktuellen Folgen mit über 140 Todesopfern waren; es hätte noch schlimmer ausgehen können. Ein Erdbeben mit der Magnitude 7 hat eine Bruchfläche von 40 Kilometer mal 10 Kilometer in die Tiefe. Das ist jetzt vielleicht nicht so vorstellbar, aber es ist ungefähr die Fläche von Wien.

Und bei einem großen Beben wie in Sumatra 2004 war die Bruchfläche über 1000 Kilometer lang und hat 100 Kilometer in die Tiefe hinein gereicht. Die Verschiebungen waren an manchen Stellen 30 Meter, im Durchschnitt über die ganze Bruchfläche 10 Meter. Und dadurch war der Tsunami auch gigantisch.

Hinzu kam, dass das Beben in Sumatra so weit vor der Küste stattfand, dass viele Menschen die Erschütterung nicht wahrgenommen haben. Dadurch konnte die natürliche Reaktion, die der Mensch auf ein Erdbeben hat, nicht ausgelöst werden. Auf BBC wurde berichtet, dass ein Kind den Tsunami-Effekt deshalb erkannt hat, weil es gerade in der Schule gelernt hat, dass zuvor der Wasserspiegel zurück geht. Sie hat ihre Eltern gewarnt, sie sind geflüchtet und eine halbe Stunde später kam die große Welle. Doch das muss nicht so sein. Es kann auch sein, dass man auf der anderen Seite der Verschiebung steht und dort kommt gleich die große Welle.

Kann man sagen, wie schnell der Tsunami einem Beben folgt?

Wenn es ein ernstzunehmender Tsunami ist, folgt er dem Beben innerhalb einer halben Stunde bis Stunde.

Man sollte deshalb umgehend reagieren.

Würden Sie Touristen von einer Reise nach Indonesien abraten?

Ich würde trotzdem nach Bali fahren. Aber ich würde es niemandem per se empfehlen. Für mich persönlich sind die geologischen Informationen dort interessant, das ist Berufsinteresse. Weitere Nachbeben sind zu erwarten. Man kann aber nicht sagen ob ein ganz starkes Erdbeben dort wieder morgen stattfinden wird oder in 100 oder in 200.000 Jahren. Wie gesagt, verschieben sich die Platten um einen Zentimeter pro Jahr.

Und wenn diese kleinen Verschiebungen nicht akkommodiert werden können, dann findet einmal eine große Verschiebung statt, über einen großen Bereich. Und genau das macht das Erdbeben dann aus. Nur wann es stattfindet, kann niemand vorhersagen.

Hilfe für Erdbebenopfer auf Lombok

Lombok ist mittlerweile stark vom Tourismus abhängig. Derzeit ist Hochsaison. Man kann sich gar nicht vorstellen, in welcher Situation sich nun Tausende Familien auf Lombok befinden: Sie haben ihre Häuser verloren, ihre Einkommensquelle und eventuell sogar Familienmitglieder.

Als Tourist haben wir von der Schönheit Lomboks profitiert. Von den wunderschönen Stränden, den tollen Surfbedingungen und dem faszinierenden Rinjani Nationalpark. Jetzt liegt es an uns etwas zurückzugeben.

Frank Seidel, Gründer von wegweiser-freiwilligenarbeit.com hat Erfahrung mit Krisensituationen und empfiehlt: „Jetzt spenden, später helfen … aber richtig! Denn wer nach dem Erdbeben in Lombok sofort in den Flieger steigen und helfen möchte, der sollte bedenken: In solch einer Notsituation werden ausschließlich ausgebildete Fachkräfte gebraucht, die genau wissen, was zu tun ist. Wer keine Erfahrung in Katastrophen-Hilfe hat und nur mit gutem Willen helfen möchte, der steht unter Umständen sogar im Weg herum oder verbraucht Lebensmittel und Trinkwasser, die in diesem Fall dringender woanders gebraucht werden. Besser spendet man in diesem Fall Geld an anerkannte Hilfsorganisationen, die für diese Krisen-Situationen geschult sind und in der Lage sind, das Geld kurzfristig in konkrete Hilfe umzusetzen.“

Ein guter Kontakt für Hilfe vor Ort ist u.a. das Yayasan Team Action Amed.

Spendenempfehlungen für Deutsche

Jeder Rupiah wird derzeit auf der Insel gebraucht. Wenn du dich vor Ort auf Bali oder Lombok befindest, informiere dich, wo du dein Geld Cash abgeben kannst.

Folgende Läden kennen wir persönlich und können sie empfehlen. Bitte kommentiert den Artikel mit weiteren „sicheren“ Adressen, wo Reisende ihre Spendengelder vor Ort abgeben können.

Bali

  • Desa Seni Yoga, Berawa
  • Samadi Bali, Pererenan
  • Luigi’s Hot Pizza, Batu Bolong
  • Bali Fitness Village, Jimbaran
  • GEO Coffee Bali, Kerobakan

Lombok

  • Pipe Dream Hotel
  • Palate
  • Orchard Bar & Restaurant
  • Kura Kura Surfcamp

Online-Überweisung nach Lombok

Folgend findest du ein paar seriöse Adressen für deine Erdbeben-Spende! Jeder Rupiah hilft!

1 | Kura Kura Surfcamp

Die Crew des Surfcamps sammelt Spenden, um Notübergangsunterkünfte für die Regenzeit zu errichten. Außerdem schicken die Köpfe hinter dem Surfcamp regelmäßig Updates via Newsletter raus. Absolut empfehlenswert!

Kura Kura Surf Camp
IBAN DE17 7001 1110 6050 6569 32
BIC: DEKTDE7GXXX
Betreff: Earthquake

2 | GoFundMe Kampagne von Lombok ForgottenChildren

Derzeit läuft eine Go Fund Me Spendenkampagne von Lombok Forgotten Children. Dort kann man relativ einfach eine Spende für Erdbebenopfer durchführen. Die Kampagne wurde uns mehrfach empfohlen. Endri soll super vertrauenswürdig sein! 

3 | GoFundMe Kampagne Earthquake Relief for Lombok

Eine weitere Go Fund Me Kampagne findest du unter Earthquake Relief for Lombok. Auch hier steckt Endri hinter. Demnach ist die Kampagne genauso zu empfehlen.

4 | Anak Oasis

Das Bildungsprojekt befindet sich in der Ortschaft Jagaraga, einem sehr armen Dorf von Lombok. Durch das Erdbeben ist vor allem die WG für die Jugendlichen zerstört worden. Auch im Dorf haben viele Familien das Wenige, das sie besaßen, durch das Erdbeben verloren. Unterstützen kannst du die NGO über deren Webseite.

5 | Genius Gili Trawangan

Auch die Gili Inseln wurden stark in Mitleidenschaft gezogen.  Der Laden „Genius Gili Trawangan“ ist eine gute Adresse, wenn du vor allen den Familien der Gilis helfen möchtest! Geld kannst du über das österreichische Konto „Soforthilfe für Lombok“ überweisen. Über Facebook kannst du verfolgen, was mit deinem Geld passiert. Die Crew leistet eine tolle Arbeit.

Soforthilfe für Lombok
IBAN: AT07 3477 0000 0571 7061
BIC: RZOOAT2L770

6 | Pituq Community Foundation

Die NGO geht in die Camps und versorgt die Menschen, die es am härtesten getroffen haben. Alle spenden kommen 100% bei den Bedürftigen an!

Spenden kannst du direkt über PayPal: pituqcofoundation@gmail.com. Mehr Infos gibt es auf Facebook.

Wer kein PayPal hat kann auch an das deutsche Konto von Sophiaüberweisen. Sie ist Teil unserer Indojunkies Community und eine gute Freundin der Gründerin von Pituq und wird das Geld an die NGO weiterleiten.

Frankfurter Sparkasse
Anne-Sophia Sopp
IBAN: DE81 5005 0201 1202 2877 84
BIC: HELADEF1822

7 | Verein: Ein Stern für Lombok

Niluh, die gute Seele vor Ort, managed das Projekt seit vielen Jahren. Beim Erdbeben hat sie ihr Haus verloren und schläft nun, wie so viele andere, im Zelt. Die Spenden für „Ein Stern für Lombok“ sind natürlich nicht nur für Niluh persönlich, sondern auch für viele andere Familien vor Ort. Spenden kannst du an folgende Kontonummer:

Verein ein Stern für Lombok e. V.
Volksbank Mittelhessen eG
IBAN: DE31513900000070877805
BIC: VBMHDE5F
Verwendungszweck: „Spende 05.08.“

Vielleicht hast du ja auch Lust, ein Fördermitglied im Verein zu werden?

8 | Futura Indonesia®-Bildung für eine bessere Zukunft

Futura Indonesia® e.V. Frankfurt, betreibt auf der indonesischen Insel Lombok eine kostenlose Montessori- Einrichtung für Kinder aus der armen Bevölkerung. Ziel: Die Bildung und Zukunftschancen dieser Kinder nachhaltig zu verbessern. Auf die Kinder von Futura Indonesia sind von dem schweren Erdbeben auf Lombok betroffen. Für sie und ihre Familien werden vor allem Nahrungsmittel, Wasser und Decken benötigt. Helfen kannst du über betterplace.org.

9 | Gili Eco Trust 

Die NGO kümmert sich um Tiere der Insel (Pferde, Katzen, Kühe und Ziegen), um Medikamente für die Menschen vor Ort und um den Wiederaufbau beschädigter Gebäude. Mehr Infos auf gilliecotrust.com.

10 | Peduli Anak Foundation

Die Stiftung kümmert sich um benachteiligte Kindern auf Lombok. Ihre Einrichtung wurden schwer von dem Erdbeben getroffen.Das Gebäude war der Unterschlupf von 80 Straßenkindern. Spenden kannst du via Banküberweisung über pedulianak.org.

11 | Help4Lombok

Ni-Made hat selbst mehrere Jahre auf Lombok gelebt und hilft nun von Deutschland aus. Auf der Facebookseite von Help4Lombokkannst du dich informieren, wohin dein Geld fließen wird. Über Facebook finden u.a. tolle Versteigerungen statt, dessen Geld direkt an Lombok geht. Super kreativ. Daumen hoch dafür!

Waidler helfen e.V.
Verwendungszweck: Lombok
VR GenoBank DonauWald eG
IBAN: DE53 7419 0000 0002 7250 37
BIC: GENODEF1DGV

Es gibt noch unzählige weitere NGOs, die vor Ort helfen. Wenn wir noch jemanden hier aufführen können, bitte Kurzinfo in den Kommentaren!

Hilfe vor Ort von Fachkräften

Gesucht werden vor allem medizinische Kräfte wie Ärzte, Krankenpfleger oder Kinderbetreuung. Die indonesische Regierung hat egal mit welchem Visum man eingereist ist, für die helfenden Menschen, das Arbeitsverbot aufgehoben. Inwiefern man dann eine Art Bescheinigung von der Imigrasi braucht wurde bisher noch nicht kommuniziert.

Ein guter Kontakt für Hilfe vor Ort ist u.a. das Yayasan Team Action Amed.

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