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Aminosäure L-Arginin bildet Darmentzündungen zurück

Neue Ursache für Darmentzündungen entdeckt: Aminosäure kann helfen

Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer FachredakteurQuellen ansehen26. September 2020 Leseminuten3 min 

Aminosäure L-Arginin bildet Darmentzündungen zurück

Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind weit verbreitet. Die Ursachen dieser chronischen Entzündungen gelten jedoch als noch nicht ausreichend verstanden. Ebenso sind die Behandlungsoptionen eingeschränkt. Ein deutsches Forschungsteam fand nun heraus, dass eine Aminosäure eine große Rolle sowohl bei der Entstehung als auch bei der Linderung solcher Entzündungen spielt.

Eine comichafte Darstellung eines Darms mit gesunden Bakterien und eines Darm mit schädlichen Bakterien.
Die Zusammensetzung der Darmflora spielt eine entscheidene Rolle für unser Wohlbefinden. Die Arminosäure L-Arginin scheint entscheidend für die Gesundheit des Darmes zu sein. (Bild: Tartila/stock.adobe.com)

Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg untersuchten gemeinsam mit weiteren Kliniken und Instituten in Erlangen und Regensburg wie einzelne Zwischenprodukte des Stoffwechsels im Darm Entzündungsreaktionen beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass die Aminosäure L-Arginin bei der Entstehung, beim Verlauf und auch bei der Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen entscheidend mitwirkt. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich im „Journal of Clinical Investigation“ präsentiert.

Wie beeinflusst L-Arginin die Darmschleimhaut?

Wie die Arbeitsgruppe feststellte, verstärkt ein Mangel der Aminosäure L-Arginin Entzündungsreaktionen der Darmschleimhaut. Nahrungsmittelergänzung mit L-Arginin könnten der Studie zufolge eine neue und vielversprechende Variante zur Behandlung von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa darstellen.

Das Mikrobiom im Darm hat weitreichende Funktionen

Der menschliche Darm allein enthält rund zehn Mal so viel Bakterien wie Zellen im gesamten Körper vorhanden sind. Die Wechselwirkung dieses Darmmikrobioms (auch als intestinale Mikrobiota oder veraltet als Darmflora bezeichnet) mit den Zellen des Körpers ist von entscheidender Bedeutung für den Stoffwechsel und die Verdauung, aber auch für die Durchblutung des Darms, die Durchlässigkeit der Gefäße und für die Kontrolle von Entzündungen, so die Forschenden.

Darmbakterien beeinflussen die Gesundheit massiv

Wird das Zusammenspiel zwischen den Darmbakterien und der Darmwand (Darmepithel) verändert, wird auch unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit beeinträchtigt. „Bei den zwei häufigsten entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist diese Wechselwirkung empfindlich gestört“, erklärt das Forschungsteam. Dies führe unter anderem zu einem veränderten Eiweiß-Stoffwechsel sowie zu Veränderungen in der Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota.

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