Wilmas Bienenblog

Ein weiteres tolles WordPress-Blog

Archiv: Samstag, 23. Februar 2013

Eibisch(althaea officinalis)

Sammeln in der Natur
Es wird immer schwieriger wild wachsenden Eibisch zu finden, er stammt ursprünglich aus der Gegend um das kaspische Meer und ist nur sehr selten in unseren Gärten ausgewildert;Er bevorzugt feuchte Gräben, feuchte Wiesen und salzige Böden.Die wildwachsende Pflanze ist streng geschützt.

Eibisch im Kräutergarten bei uns im Retzerland

Verwendung:
Bei Reizhusten, Entzündungen der Mund und Rachenschleimhaut

Koservieren/aufbewahren

Blüten und Blätter in dünnen Schichten im luftigen Schatten trocknen.wurzeln von den seitlichen Wurzelteilen befreien, gut waschen und ebenfalls im Schatten trocknen oder rasch bei milder Wärme im Backofen.
Dauert die Trocknung zu lange, so besteht die Gefahr der Schimmelbildung, die Wurzel wird fleckig und verdirbt.In dunklen Gefäßen(Papiersäcken) lagern.

Volksnamen: Heilwurzel, Hilfswurz, Hustenkraut, Samtpappel,Schleimwurzel;

Pflanzenart,Höhe: mehrjährig, 1,5 Meter

Boden/Standort: feuchter Gartenboden, Sonne

Aussaat: spätes Frühjahr in Saatschale(bei 21 Grad)

Vermehrung: Wurzelteilung im Frühjahr und Herbst

Blütezeit: Juli bis September

Sammelzeit:
Blätter von der Blüte, Blüten, Wurzel im Herbst oder Frühjahr

Verwendete Teile: Blätter, Blüten und Wurzeln

Inhaltsstoffe: Pflanzenschleim, Gerbstoff, Asparagin, Stärke, ätherisches Öl, Pektin, Rohrzucker, Mineralstoffe;

Eigenschaften: erweichend, beruhigend, reizmildernd, hustenlösend, abführend, entzündungshemmend;

Volksglaube und Mythologie

Vielerorts hat sich unter dem Deckmantel der Marienverehrung ein uraltes Brauchtum erhalten, das sogenannte „Kräuterbüschelweihen„am 15. August.
Unverzichtbar im Büschel ist die Sonnenpflanze Eibisch.
Eibisch wurde oft in den (traurigen)Hexenprozessen als eine der neun Pflanzen erwähnt, die in der von den Frauen ausgeübte Heilkunde des Mittelalters eine besondere Rolle spielte.
Die neun Kräuter sind:
Eibisch(Husten,Erkrankungen der Harnwege),Wermut(stärkt)
Vogelknöterich(Kieselsäure)
Mutterkraut(Kopfweh)
Odermenning(Galle,Nieren,Blasse,Diabetes)
Guter Heinrich(Wilder Spinat),
Echter Speick(Duft des Orients)Eberraute und Pestwurz(krampflösend).Mit Hilfe dieser Kräuter wurden früher fast alle Leiden behandelt.

Anwendungen:
die Zubereitungen aus Eibisch mit seinem hohen Gehalt an schleimbildenden Stoffen in den Atmungswegen wie ein Schutzschild gegen eindringende Viren oder Reizungen und sind deshalb in Erkältungszeiten geeignet.

Eibisch-Honigzuckerl(Eibisch-Teig):
4 EL Eibischwurzelstückchen
1/2 l Wasser
20 EL Tragent (Arabischer Gumme)
25 EL Rohzucker oder Honig
1 Eiweiß verquirlt

Die Eibischwurzelstückchen im Wasser 20 Minuten köcheln und abgießen. Den Tragant in die noch warme Flüssigkeit rühren und gut vermengen. Anschließend die Masse gleich durch ein Sieb geben und sofort den Rohrzucker einrühren. Sobald dieser aufgelöst ist, das Eiweiß dazugeben, gründlich durchmischen und die Masse auf ein Backblech streichen. Auskühlen lassen und kleine Würfel ausschneiden. Schmeckt köstlich.

Zur Schleimlösung werden die zerkleinerten und getrockneten Wurzeln eingeweicht. So zubereitet hilft der Eibisch auch bei Heiserkeit, Husten und Bronchitis.Weil der Schleim auch magenwirkam ist, bei Entzündungen des Magen-(Magenschmerzen) und –Darm-Traktes anwenden.Die Samen kann man wie Nüsse essen oder auf den Salat streuen.

Tee: 2 Teelöffel geschnittene Eibischwurzeln werden mit 1/4 Liter Wasser oder Wein(bio) angesetzt.Über Nacht oder mindestens 2 Stunden stehen lassen.Schwach erwärmen und schluckweise trinken.Der Kaltauszug enthält ausschließlich die Schleimstoffe, kocht man auf, so geht auch die Stärke der Pflanze in den Tee, das ist nur dann erwünscht wenn man damit gurgelt oder für eine Eibischwurzelabwaschung nimmt:

Eibischwurzel-Abwaschung:

Zirka 1 Esslöffel voll getrockneter und zerkleinerter Eibischwurzeln wird 3 Stunden lang in 1/4 Liter kaltem Wasser angesetzt. Danach kurz ein wenig erwärmen, ohne zu kochen. Nach dem Abseihen nimmt man einen Waschlappen, den man im gewonnenen Auszug tränkt und reibt damit die Haut ab, ohne sie hernach abzutrocknen. So kann die Haut das Gute des Eibischs wirkungsvoller aufnehmen. Am besten am Abend durchführen, um u. a. auch Altersflecken hintanzuhalten.

Tee und Blüten(Eibischteig) wirken gut bei Erkrankungen der Harnwege, bei schmerzhaften Urinieren, bei Weißfluß, zuviel Magensäure und übermäßiger Galleabsonderung.1 Teelöffel Droge wird mit 1/4 Liter Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen, anschließend abgeseiht;3 Tassen pro Tag sind ausreichend.(…achten dass das Tee-Wasser nicht von einer Wasserleitung kommt die chemische Geräte-Entkalkungsmittel beinhaltet…das kann sich negativ auf die Blase auswirken.

Eibischbrei aus gepulverten frischen oder getrockneten Wurzeln, Blätter und Blüten, auf ein Tuch gestrichen und als Pflaster verwendet,fördert die Reifung von Furunkeln und Pickeln und hat abschwellende und linderde Wirkung.Man kann ihn bei Sonnenbrand verwenden.

Pulver aus Eibischwurzeln, mit einem Eiklar(bio)vermischt, ergibt eine wunderbar straffende Schönheitsmaske.Der Eibischsamen in Wein(bio) gekocht, gemixt,mit Jojobaöl vermischt und immer wieder als Augenmaske verwendet vertreibt dunkle Ringe unter den Augen.


Hildegard von Bingen
Der Eibisch ist warm und trocken.Bei Fieber zerstoße Eibisch in Essig, und trinke das morgens nüchtern und abends, und das Fieber, welcher Natur es auch sei, wird weichen.Bei Kopfweh füge etwas Salbei bei, dies zerstoße gleichzeitig und mische mit etwas Baumöl(Olivenöl kalt gepresst).Wärme es in der Hand und gebe es auf die Stirn und binde ein Tuch darüber.

Traditionelle Chinesische Medizin(TCM):
Die thermische Wirkung ist erfrischend, die zugehörigen Organe sind die Lunge und der Dickdarm.Eibisch nährt das Lungen-Yi und nährt das Dickdarm-Yi.Er hilft bei feuchter Hitze in der Blase und kühlt das Magenfeuer.

Eibischtinktur
100 g gepulverte Wurzel mit 500 g Wodka oder Kornschnaps(mindestens 60%) in ein Gefäß mit gut schließenden Deckel geben.
Zwei Wochen an einem warmen Ort stellen, anschließend abseihen, durch ein Tuch oder Kaffeefilter.In einer dunklen Flasche aufbewahren.Aus einigen Tropfen der Tinktur kann, unter Zugabe von Honig und Wasser, die man zum Sirup siedet, ein einfacher Hustensirup hergestellt werden.

Eibisch Hustensirup:
30 g zerkleinerte Eibischwurzel(in der Kaffeemühle grob zerkleinern)gibt man in einen Kaffeefilter.Man übergießt mit einer Mischung aus 2 EL Weingeist und 10 EL Wasser.Das ablaufende Wasser wird aufgefangen und sofort wieder über die Eibischwurzel gegossen.Diese Prozedur wiederholt man etwa 1 Stunde lang.aus 10-12 El Zucker(bio) oder Honig und sehr wenig wasser einen Sirup kochen.Mit der Eibischflüssigkeit verrühren.In eine Flasche füllen.Er ist äußerst wohlschmeckend.Hält aber nicht lange und muß kühl gelagert werden.den Honig erst möglichst abgekühlt zum Sirup geben.So verliert der Honig im Sirup nicht seine Heilwirkung durch Überhitzung.

Wilmas Bienenblog läuft unter Wordpress 5.2.9
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates