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Archiv: Sonntag, 27. Mai 2012

Konstantin Wecker „Der Baum“

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Warum muaß a grad i in der vordersten Reih stehn? Hintn möcht i stehn, ganz weit hintn, so weit hintn, daß mi koaner sicht, mittendrin im Wald. Jetzt muaß i mir des ois mit oschaugn aus nächster Näh. Unbeweglich schaugns aus, und trotzdem schiabn sie sich unaufhaltsam vor mit ihre Schilder und Knüppeln, Traktoren und Kreissägen. – Manchmal werdns a bisserl aufghoitn von a paar, aber des San ja vui zwenig, und die in ihre Uniformen, die werdn immer mehrer. Wo´s die bloß oiwei auftreibn? Na ja, ma hat ja scho immer Armeen ankarren müassen, wenn ma was verteidigen wollt, an des ma selber scho gar nimmer glauben ko.

I möcht Füaß ham zum Renna,
an Mund ham zum Schrein,
ned festgwurzelt sei,
i möcht mi befrein.
Ja, i war gern a Feuer,
a Brandung, a Sturm
und koa verseuchter, baumhoher Wurm.

Früher war i immer gern a Riese gwesen im brasilianischen Urwald – und ned a so a mickrige deutsche Eiche. Aber heitztog holzns ja an Urwald auch schon ab. Für McDonald´s zum Beispiel. Jeden Tag, Länder größer wia Bayern, für die Rindviecher, die wo dann von die andern Rindviecher zsammgfressn werdn. Ja und uns, uns hauns ja a bloß wega dena Rindviecher zsamn – und zwar wega jene, die wo si des ois ausdenkt habn. Ja, ja, i woaß scho, wir Bäume, wir kenna ja ned denka – aber bei eich is des a ned so gwiß, glaub i immer.

I möcht Füaß ham zum Renna,
an Mund ham zum Schrein,
ned festgwurzelt sei,
i möcht mi befrein.
Ja, i war gern a Feuer,
a Brandung, a Sturm
und koa verseuchter, baumhoher Wurm.

I hab Angst. Lang lassn si de nimma aufhoitn, und da werds hold mi jetzt boid als oan vo de erstn dawischn. Angeblich spüren wir ja nichts, wir Felsn, wir Viecher, wir Bleamen, wir Bäum – angeblich habn wir kein Gefühl. Und wie wir spüren und denken, lieben und fluchen – ja hörts ihr uns denn ned schrein, den liabn langa Tag, hörts ihr uns alle mitanander ned schrein, landauf, landab, alle, die noch am Lebn sind, das is ein Wehklagen, das ist ein Jammern – ihr hörts uns bloß nimmer, weils koaner mehr aushoitn dad. I hab Angst. Jetzt tragns die ersten weg. Die wehrn si gar ned. Jetzt tretns es und knüppelns es – und die wehrn si immer no ned. Bleibts mir bloß vom Leib, ich hab eich doch nix getan, wir ham eich alle mitanander doch no nia wos doa, und dabei kanntn wir doch so guat auskumma mitanand, des konn doch ned so schwer sei, wir ghörn doch alle zsamm, wir san doch alle vom selben Schlag.

I möcht Füaß ham zum Aufrechtgehn
und an Mund ham zum Plärrn.
I möcht festgwurzelt bleibn
und mich trotzdem wehrn.
Ja, i war gern a Feuer,
a Brandung, a Sturm
und koa verseuchter, baumhoher Wurm.

Im Namen Des Wahnsinns – Konstantin Wecker

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Im Namen Des Wahnsinns lyrics

Im Namen des Wahnsinns
sie sind verhaftet

sie haben zu laut und zu weit gedacht.
Im Namen des Wahnsinns
sie bleiben umnachtet

sie brauchen nicht denken
sie sind überdacht.

Im Namen des Wahnsinns
sie sind überführt

sie haben sich ab und zu selber gespürt.
Im Namen des Wahnsinns
wird jeder vernichtet

der sich von innen etwas belichtet.
Im Namen des Wahnsinns ist zu unterlassen

sich irgendwie mit sich selber zu befassen.

Ja

ja
der Wahnsinn schleicht durch die Nacht

denn uns hat der Wahn um den Sinn gebracht.
Er hat einen Mantel aus Kälte an

weil man Frierende besser regieren kann.

Ja
ja
der Wahnsinn schleicht durch die Nacht

und nennt sich Recht und nennt sich Macht.
Verjagt die Sonne
löscht die Zeit
und stiehlt uns aus der Wirklichkeit.

Ja
ja
der Wahnsinn schleicht durch die Nacht

denn uns hat der Wahn um den Sinn gebracht.

Er hat einen Mantel aus Kälte an

weil man Frierende besser regieren kann.

Ja
ja
der Wahnsinn schleicht durch die Nacht

und nennt sich Recht und nennt sich Macht.
Verjagt die Sonne
löscht die Zeit
und stiehlt uns aus der Wirklichkeit.

Konstantin Wecker – “ Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“

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Wenn der Sommer nicht mehr weit ist Lyrics
Konstantin Wecker
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist Songtext:
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
und der Himmel violett,
weiß ich, daß das meine Zeit ist,
weil die Welt dann wieder breit ist,
satt und ungeheuer fett.

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
und die Luft nach Erde schmeckt,
ist`s egal, ob man gescheit ist,
wichtig ist, daß man bereit ist
und sein Fleisch nicht mehr versteckt.

Und dann will ich, was ich tun will, endlich tun.
An Genuß bekommt man nämlich nie zu viel.
Nur man darf nicht träge sein und darf nicht ruhn,
denn Genießen war noch nie ein leichtes Spíel.

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist und der Himmel ein Opal,
weiß ich daß das meine Zeit ist,
weil die Welt dann wei ein Weib ist
und die Lust schmeckt nicht mehr schal.

Wenn mein Ende nicht mehr weit ist,
ist der Anfang schon gemacht.
Weil’s dann keine Kleinigkeit ist,
ob die Zeit verta’ne Zeit ist,
die man mit sich zugebracht.

Und dann will ich was ich tun will, endlich tun.
An Genuß bekommt man nämlich nie zu viel.
Nur, man darf nicht träge sein und darf nicht ruh’n,
denn Genießen war noch nie ein leichtes Spiel.

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