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Archiv: Dienstag, 20. April 2010

Bienenkrankheiten…

Bienenkrankheiten…

Bienenvölker können gelegentlich von verschiedenen Krankheiten, Seuchen und krankhaften Erscheinungen heimgesucht werden. Es lassen sich Brutkrankheiten und Krankheiten der erwachsenen Biene unterscheiden. Die wichtigsten sollen hier aufgeführt werden.
Dazu gehören:
Kalkbrut
Beschreibung:
Der Erreger ist ein Schimmelpilz, der auch in Bienenvölkern nachgewiesen werden kann, die kein sichtbares Krankheitsbild aufweisen. Zu seiner Entwicklung und damit zur sogenannten Verkalkung der Made sind gewisse äußere Voraussetzungen, wie Feuchtgkeit, erforderlich. Als Spore kann der Pilz entweder mit der Nahrung in den Darmkanal der Made oder von ihrer Körperoberfläche aus gelangen. Unter Verfärbung ins Gelbliche bei gleichzeitiger Verhärtung trocknen die Madenkörper ein, die dann von den Bienen aus den Zellen geschafft werden; der Imker findet sie vor dem Flugloch.
Anzeichen:
Da die Bienen versuchen, die toten, mumifizierten Streckmaden zu entfernen, ist auf diese Weise die Krankheit bei den befallenen Völkern schon am Flugloch erkennbar. Ein Teil der entfernten Mumien bleibt stets dort liegen.
Bekämpfung:
Verbesserungen in der Betriebsweise, bessere Futterhaltung, stärkere Ausnutzung des Bautriebes und die Aufgabe von engstirnigen Reinzuchtbestrebungen lassen die Kalkbrut erst gar nicht aufkommen. Umweiselung der Völker oder ganzer Stände mit anderem Zuchtmaterial, trockene Standortwahl, durchlässige Verpackung und Intensivierung des Putztriebes durch eine bessere Lückenfütterung bringen immer Erfolg.
Steinbrut
Beschreibung:
Ebenfalls durch einen Schimmelpilz verursacht, zeigt sie im Anfangsstadium die gleichen Zustände wie die Kalkbrut. Im Endstadium sitzen die hart gewordenen Mumien jedoch fest in der Zelle, so daß sie von den Bienen nicht entfernt werden können. Nach der Sporenbildung der Pilze zeigen sich am Kopfende der Streckmade gelblich-grünliche Sporenrasen, die das Bild einer mit Pollen gefüllten Zelle vortäuschen können. Gelegentlich überziehen die Bienen solche befallenen Maden mit Kittharz. Der Pilz kann auch erwachsene Bienen befallen, die dann flugunfähig vor dem Stand umherkrabbeln. Der Hinterleib fühlt sich hart an. Die Steinbrut kann als einzige von den Bienenkrankheiten auch den Menschen befallen. Es können langwierige Entzündungen entstehen. Deshalb und wegen der großen Seltenheit des Auftretens ist eine Vernichtung des Volkes samt der Beute durch Verbrennen angebracht. Zeigt sich irgendwo der Verdacht, sollte man den Rat des Fachmannes einholen.
Sackbrut
Beschreibung:
Weniger bedeutsam unter den Brutkrankheiten ist die Sackbrut. Sie wird durch einen Virus hervorgerufen. Wie der Name es ausdrückt, können die befallenen Maden – überwiegend Streckmaden – im Anfangsstadium der Krankheit wie ein Säckchen mit der Pinzette aus der Zelle geholt werden. Das kommt vom Zerfall des Körperinhalts in eine jauchig-wässrige Flüssigkeit, wobei die Außenhaut der Made erhalten bleibt. Nach und nach trocknen die abgestorbenen Maden dann am Zellenboden zu einem braunen Schorf ein.
Bekämpfung:
Als Gegenmaßnahme genügt im allgemeinen die Entfernung und Vernichtung der befallenen Waben. Das Kunstschwarmverfahren ist nur bei starkem Befall notwendig.
Nosematose
Beschreibung:
Sie ist eine Darmkrankheit, die den Darm der Bienen zersetzt und durch ein Urtierchen im Darmbereich verursacht wird. Sie wird auch Frühjahrsschwindsucht genannt. Sie kann, meist mit anderen Krankheitserregern gekoppelt, ganz Stände ruinieren. Fuß fassen und sich gefährlich ausbreiten kann sie nur, wenn die entsprechende Disposition gegeben ist.
Anzeichen:
Krabbler am Flugloch, Kotflecken an der Beute.
Ursachen:
Entsteht bei schlecht belüfteten Beutensystemen im Frühjahr und kann sich bei Wetterrückschlägen im April besonders gut ausbreiten.
Bekämpfung:
Die Rückkehr zu naturnäheren Methoden in der Betriebsweise allein führt schon zum Ziel. Mit Nosemak bei der Reizfütterung im Frühjahr und bei der Ablegerbildung.
Ruhr
Beschreibung:
Eine Darmerkrankung, die besonders im Frühjahr auftritt, in der Regel aber harmlos ist.
Anzeichen:
Gelblich-braune Kotflecken auf den Waben und in und an der Beute.
Ursachen:
Wird ausgelöst durch häufige Störungen durch den Imker oder Tiere während der Winterruhe. Wird auch durch überwintern auf Honigtautracht (sehr mineralhaltig) ausgelöst.
Varroatose (varroa jakobsoni)
Beschreibung:
Es handelt sich um eine große Milbe in quer-ovaler Form, ist 1.3 mm lang und 1.7 mm breit, eingeschleppt aus dem ostasiatischen Bereich um die Insel SriLanka. Sie sitzt den Bienen auf und vermehrt sich in der Brut der Bienen, hautsächlich in Drohnenbrut.
Anzeichen:
Bei übermäßiger Belastung im Volk versuchen die Wächterbienen auch eigene anfliegende Sammlerinnen abzuwehren, gehen in Angriffsstellung, lassen die Sammlerinnen jedoch dann ein.
Bekämfung:
AS-Behandlung mind. 2-malig nach Abschleuderung und vor dem Einfüttern mit 60%er AS-Säure und 30ml pro Zarge mit Schwammtuch und nach dem Einfüttern nochmals 2-malig. Diese Maßnahme muß mit dem Ausschneiden der Drohnenwaben gekoppelt werden, da ein Abhängen der Milbe durch die Völker allein nicht möglich ist. Eine Bildung von varroafreien Jungvölkern ist möglich, wenn im Ableger alle gedeckelte Brut geschlüpft ist und die Jungkönigin begattet ist und in Eiablage geht. Dann hat eine Behandlung mit AS zu erfolgen. Die Milben sitzen dann nur den Bienen auf, da keine Brut vorhanden ist. (Pfefferle)
Tracheenmilbe
Beschreibung:

Anzeichen:
Bienen laufen am Flugloch mit gespreizten Flügeln.
Bienenlaus
Anzeichen:

Schwarzsucht
Beschreibung:
Den Bienen fallen auf der Rückseite von Brust und Hinterleib die Haare aus und erscheinen dadurch schwarz. Die Waldtracht bereitet Sorgen, wenn die Schwarzsucht stark auftritt. Dann ist zur Erhaltung unserer Bienen eine schnelle Abwanderung nötig, Pollen und Blütentracht sind die einzige Hilfe. Wo die Waldtrachtstände regelmäßig beschickt werden und die Honigtautracht im Grenzbereich der Ameisen vollkommen aufgenommen wird, verringert sich die Schwarzsuchtgefahr. Dort werden kaum Rußtau-Pilzsporen mit dem Honigtau eingetragen, die übrigens vielfach die Farbe des Waldhonigs mitbestimmen. Häufig werden auch Staubteile mineralischer Herkunft, die am Honigtau der Waldränder haften, von den Bienen mit eingetragen. Sie belasten besonders die Kotblasen der Bienen. Solche Stoffe bringen die Bienen bei nicht rechtzeitiger Ausflugsmöglichkeit im Laufe der Überwinterung zum Koten innerhalb des Stockes und zu Anfälligkeit für Nosema. Dort, wo der Waldtrachtstand im Ameisenbereich ständig beschickt wird, gibt es auch kaum mehr Rußtaupilze, die den nicht abgeernteten Honigtau befallen. An solchen Plätzen leiden die Bienen weniger unter der Waldkrankheit, ja selbst der Waldhonig bekommt eine hellere, mehr goldbraune Farbe. „Heulen“ schließlich vor Mitternacht die Wespen in den Lachnidenbäumen, so zeigt dies oftmals das Ende der Waldtracht an.
Ursachen:
Gewisse Bestandteile, wie Mineralstoffüberschüsse im Honigtau sind die Ursachen.
Bekämpfung:
Starker Befall hört nach Herausnahme der Völker aus Waldtrachtgebieten und nach Fütterung von Blütenhonig oder Zucker schlagartig auf.
Waldtrachtkrankheit
Beschreibung:
Sie ist eine besondere Form der Schwarzsucht, die während der Fichten- und Tannentracht auftritt. Auffällig sind die aufgrund des Verlustes ihrer Haare auf der Rückseite von Brust und Hinterleib schwarz erscheinenden Bienen. Der Haarverlust kann in Ausnahmefällen auch ganz fehlen. Dann können nur noch Bienen mit aufgedunsenem Hinterleib beobachtet werden. Bei der Waldtrachtkrankheit sind ausschließlich Sammlerinnen betroffen.
Anzeichen:
Als erstes fallen dem Imker starke Unruhe und ein erhöhter Totenfall auf. Man könnte fast meinen, daß es zu einer Räuberei gekommen sei. Tatsächlich werden die ankommenden schwarzen Bienen auch von den Wächterbienen abgewehrt, angegriffen und abgestochen. Sie erscheinen ihnen fremdartig. Der Totenfall rührt im wesentlichen von der geringeren Lebenserwartung der erkrankten Bienen her.
Ursachen:
Die Ursachen der Waldtrachtkrankheit sind vielfältig und nur teilweise geklärt. Wesentlich scheint der hohe Mineralstoff- und Mannosegehalt des Honigtaus zu sein. Aber auch verschiedene Bakterienarten konnten in schwarzsüchtigen Bienen nachgewiesen werden. Diese sind wohl für den erhöhten Totenfall während der Waldtracht verantwortlich, wenn kein Haarausfall auftritt. Nicht alle Völker sind gleich anfällig. Besonders der dauernde Pollenmangel, zu dem es häufig bei der Waldtracht kommt, schwächt die Völker und macht sie anfälliger. Aber auch der Umfang der Sammeltätigkeit der Bienen ist von Bedeutung, so daß stärkere Völker eher erkranken als schwache. In einzelnen Fällen kann in den von der Waldtrachtkrankheit betroffenen Völkern auch das Chronische-Paralyse-Virus nachgewiesen werden. Dieses ist der Erreger der ansteckenden Schwarzsucht oder Paralyse. Ob der Zusammenhang zufällig ist oder das Virus sich wegen der Schwächung der Völker vermehren konnte, kann nicht ohne weiteres entschieden werden. Zumindest sind keine Fälle bekannt, bei denen die ansteckende Schwarzsucht in die nicht ansteckende Form oder umgekehrt übergeggangen ist. Mischformen kommen aber ohne weiteres vor.
Bekämpfung:
Die einzige erfolgreiche Abwehr und Bekämpfung ist das sofortige Abwandern aus dem Trachtgebiet. Damit sich die Völker wieder erholen können, sollten sie in einem Gebiet mit guter Pollenversorgung aufgestellt werden. Eine Vorbeuge durch Zugabe von Pollenwaben ist nicht möglich.
Faulbrut
Beschreibung:
Die bösartige Faulbrut
Beschreibung:
Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine klassische Infektionskrankheit, eine echte Seuche. Sie stellt eine uralte Geisel der Imkerei dar. Völker, gleich welcher Rasse und Stärke, erliegen einer massigen Ansteckung. Jeder Imker sollte an einer dauernden Überwachung mithelfen. Der Faulbrutbazillus bildet Sporen! Bei diesen Sporen handelt es sich um Dauerformen, die so gut wie ewiges Leben haben. Sie sind sehr widerstandsfähig, ertragen kochendes Wasser, Kälte und Laugen und sind auch durch keine Medikamente angreifbar. Lässiges Reagieren auf diese Seuche mündet fast immer in Katastrophen, denn die Faulbrut vergeht nie von selbst. Bei dieser Seuche sind die Verhältnisse klar abgezeichnet, sie kann ohne mikroskopische Untersuchung einwandfrei diagnostiziert werden. Es besteht Anzeigepflicht, auch für den Verdachtsfall.
Anzeichen:
Die Streichholzprobe zeigt eindeutig die vorhandene Krankheit. Wird ein Streichholz in den milchkaffebraunen Brei der Zellen gesteckt, zeigt sich beim Zurückziehen eine fadenziehende Masse.
Ursachen:
Bekämpfung:
Bei der Bekämpfung helfen nur radikale Maßnahmen. Die Bekämpfungsmethode ist veterinärpolizeilich festgelgt. Seuchensachverständige sind für die Überwachung und Bekämpfung bestellt. Alles was mit der bösartigen Faulbrut in Verbindung gekommen ist, muß verbrannt werden. Das kann unter Umständen den gesamten Bienenstand betreffen. Die betroffenen Gebiete werden immer zu Sperrzonen erklärt, in die nicht gewandert oder aus denen nicht heraus gewandert werden darf.

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